L-Welse

Die L-Nummern sind ein Codesystem aus der Aquaristik. Es wurde eingeführt, um neu importierte, nicht exakt identifizierbare Loricariiden (Harnischwelse) zu benennen. Die Familie der Harnischwelse ist mit mehr als 90 Gattungen und geschätzten 700 bis heute unbeschriebenen Arten die größte Familie neotropischer Welse, die in ihrer Artenzahl nur noch von den Familien der Echten Salmler (Characidae), Karpfenfische (Cyprinidae) und Buntbarschen (Cichlidae) übertroffen wird und somit eine der artenreichsten Fischfamilien überhaupt. Das L steht für »Loricariidae«, die Nummer wird fortlaufend vergeben. Zwischen »L« und Nummer muss immer ein Leerzeichen stehen.

Die Familie Loricariidae wird in folgende Unterfamilien gegliedert (alphabetisch):

  • Delturinae (nur zwei Gattungen: Delturus und Hemipsilichthys)
  • Hypoptopomatinae (Ohrgitterharnischwelse)
  • Hypostominae (Schilderwelse)
  • Lithogeninae
  • Loricariinae (Hexen-, Nadel- und Störwelse)
  • Neoplecostominae

Erfunden wurde das System von Rainer Stawikowski (Chefredakteur der DATZ (Die Aquarien- und Terrarienzeitschrift)), Arthur Werner (Inhaber der Firma transfish) und Uli Schliewen im Sommer 1988, nach dem eine große Anzahl unbeschriebener Harnischwelse neu importiert wurden. Inzwischen wurden einige L-Welse auch wissenschaftlich beschrieben (beispielsweise heißt L 134 inzwischen wissenschaftlich »Peckoltia compta«). Mit der wissenschaftlichen Beschreibung einer Art ist die Codenummer theoretisch hinfällig, praktisch wird sie aber häufig weiter genutzt, beispielsweise bei dem bereits 1991 beschriebenen »Hypancistrus zebra«, der noch immer als L 46 bekannt ist.

Allgemein besitzen L-Welse einen abgeflachten, langgestreckten Körper und sind an den Körperseiten und bei einigen Arten auch auf der Bauchseite durch Knochenschilde gepanzert. Das Maul besitzt kräftige Lippen und ist zu einer Saugscheibe umgebildet. Dadurch ist es hervorragend daran angepasst, Nahrung von Steinen und Wurzeln abzuraspeln und sich festzuhalten. Die Größe variiert sehr stark, von nur 3 bis 4 cm kleinen Zwergformen über mittelgroße Arten von etwa 12 bis 15 cm bis hin zu regelrechten Riesen, die auch schon einmal über 1 Meter Länge erreichen können.